Reisebericht Weihnachten Single mit Kind aus Lappland
Schwetzinger Zeitung, 05.01.2012
05. Januar 2012 11:45
BRÜHL/ARVIDSJAUR. „Es war unbeschreiblich!“ – „So liebe Leute!“ – „Und der Himmel, man hätte einfach nur dastehen und den Himmel betrachten können!“ Marianne Themel-Höhnle und ihre Tochter Désirée (16) überschlagen sich vor Schwärmerei. Sie holen aus ihren Taschen Notebook, Kamera und USB-Stick mit fast 1000 Bildern, Bilder aus Lappland. Eine Woche schickten Geschäftsführer Thomas Schulz von „Singlereisen.de“ und unsere Zeitung die Brühlerinnen in den hohen Norden. Sie hatten sich nach einem Jahr mit viel Kummer um den Traumurlaub beworben und gewonnen (wir berichteten). Und der Urlaub tat Mutter und Tochter richtig gut: Sie strotzen vor Energie, strahlen, lachen, erzählen – alles auf einmal. Einzig Mischling Elvis Aron ist ruhig und macht während der munteren Reiseberichterstattung seiner Frauchen ein Nickerchen unter dem Redaktionsschreibtisch.
Wie Stars gefühlt
„Allein, als wir an dem Miniflughafen in Arvidsjaur ankamen, war alles so . . .“, Marianne Themel-Höhnle ringt nach Worten, „. . . paradiesisch“, ruft Désirée. „Ja, aber ich habe mich auch gefühlt, als sei ich in einer anderen Welt gelandet. Die Leute dort haben uns fast einen roten Teppich ausgerollt. Alle waren so freundlich und hilfsbereit“, schwärmt Marianne während ihrer Erzählungen immer wieder von der herzlichen Mentalität der schwedischen Bewohner. „Und die Luft! Die war so klar, ich habe mich fast nicht getraut, zu atmen.“ Obwohl das Thermometer bis minus 15 Grad Celsius anzeigte, froren die Brühlerinnen nicht. In denen vom Veranstalter gestellten Wärmeanzügen fühlten sie sich pudelwohl. „Für Lappland war es sowieso recht warm“, erzählen sie von Temperaturen um den Gefrierpunkt. „Beim Eisangeln war es aber saukalt“, schiebt Désirée ein und zeigt Bilder von einem zugefrorenen See, auf dem sie mit einem Hocker und einer Angel vor einem kleinen Eisloch sitzt.
Für die passionierte Hobbyfischerin dürfte es eine (wenn auch winzige) Schmach gewesen sein, dass die Mama den größeren Fisch an Land zog: „Ein Saibling. Der hat an meiner Angel so gezogen, ich dachte, ich bekomme ihn nicht durch das kleine Eisloch“, berichtet Marianne stolz. Die Fische wurden direkt am See neben einem Tipi gegrillt, in dem ein wärmender Ofen stand, und es wurde von „Männertellern“ gegessen. „Das waren Holzbretter, die dann verbrannt wurden“, beschreibt Désirée das umweltfreundliche Geschirr.
Und noch einige Besonderheiten in Sachen Essen: „Wir haben bei den Samen Kaffee mit Käse drin getrunken.“– „Beim Essen etwa in einer Lodge ist es üblich, zwischen den Mahlzeiten in die Sauna zu gehen. Plötzlich stehen Menschen in Handtüchern im Speiseraum.“ Und: „Zu Weihnachten gab es Julbord, das traditionelle Weihnachtsbuffet, mit vielen Köstlichkeiten wie Kalbspasteten, Elchschinken, Heringsfilets – Mama, ich bekomme Hunger“, meint Désirée lachend. Reise zum Polarkreis
Es hat einfach alles gepasst: die Singlereisen-Truppe, bei denen von Mama oder Papa mit Kind bis hin zur 77-jährigen Pensionärin Hanni alle Altersgruppen vertreten waren („Wir haben tolle Freundschaften geschlossen“), die anderen Gäste im Hotel „Laponia“, das Programm und die Guides Anita und Jürgen. An Heiligabend feierten die Brühlerinnen Bescherung, besuchten eine Mitternachtsmette, in der sie „außer Halleluja, Amen und Maria“ nichts verstanden, und sendeten über unsere Zeitung Grüße in die Heimat: „Unser Opa Rupert hat Heiligabend Geburtstag. Wir haben ihn mit einer Annonce in der Schwetzinger Zeitung überrascht“, erzählen sie. Désirée hielt täglich ihre Freunde via Facebook auf dem Laufenden und beschrieb unter „Walking in a Winterwonder(lapp)land“ die Abenteuer des Tages. Ob Treffen mit Rentieren, Motorschlittenfahrten, der Besuch im Samidorf – die drei Stunden, in denen es hell war, nutzten die Reisenden effizient.
Mit der Fahrt zum Polarkreis erfüllten sich die Kurpfälzer einen großen Traum. Nicht der letzte Lappland-Besuch Als die beiden Hundefans von den Besuchen auf der Huskyfarm des Schweizers Matthias Schnyder in Sorsele schwärmen, wacht Elvis Aron unterm Schreibtisch auf. „Die kleinen Huskys waren so süß“, zeigt Désirée Fotos. „Am liebsten hätte ich sie mitgenommen!“ Na, ob das Elvis Aron gefallen hätte? Der bellt, will nach Hause. „Wir fahren auf jeden Fall wieder nach Lappland – vielleicht mal im Sommer, die Seen sind so toll“, träumen Marianne und Désirée von neuen Abenteuern. Und vielleicht darf dann Elvis Aron mit . . .







